Why-How-Laddering: Definiere die passende Challenge

Eine gute Challenge kann den Start und Verlauf eines Innovationsprojektes positiv beeinflussen. Genauso kann aber auch eine zu allgemein bzw. zu offen formulierte Challenge das Projekt und Vorgehen beeinflussen. Um die passende Challenge zu finden sollte man sich Zeit nehmen und auch auf die korrekte Formulierung der Frage achten. In diesem Post stellen wir die Why-How-Laddering Methode vor.

Was wird benötigt:

  • Ein Moderator
  • Flipchart-Marker oder Whiteboard-Stift
  • Ein großes Blatt Papier (A1 oder noch besser A0) oder ein Whiteboard

Beim Why-How-Laddering soll die Fragestellung der Challenge angepasst werden. Grundlegend werden immer Fragen nach oben mit “Warum…” und nach unten mit “Wie…” gestellt. Wie klettern im Laddering wie auf einer Leiter nach oben oder unten.

Das Grundprinzip der Methode: Nach oben “Warum”, nach unten “Wie” fragen

Beispielsweise haben wir die Frage “Wie werde ich Popstar” zur Überarbeitung erhalten. Die Challenge ist ein Beispiel für eine eher ungeeignete Ausgangsfrage für ein Design Thinking Projekt. Sie benennt kein konkretes Problem und die Zielgruppe “ich” ist sehr begrenzt.

Zur Überarbeitung der Frage wird sie in die Mitte geschrieben und daraufhin der Prozess gestartet. Zum Beispiel mit der Frage: “Warum will ich Popstar werden?”. Hierbei erscheinen Antworten wie Ruhm, Anerkennung oder Aufmerksamkeit naheliegend.

Start mit den Fragen “Warum will ich Popstar werden?”

Um nun aus diesen eine neue Fragestellung ableiten zu können, ist es sinnvoll diese neuen Begriffe im Laddering einzuschließen. Beispielsweise kann nun gefragt werden: “Wie komme ich zu Ruhm?”. Auf dieser Grundlage eröffnen sich neue Felder, die durch die Ausgangsfrage nicht beachtet wurden.

Neue Themenfelder ergeben sich

Nun scheint die klare Lösung nicht mehr so einfach. Eine Umformulierung der Challenge könnte beispielsweise lauten “Was muss ich tun um mir ein außergewöhnliches Talent anzueignen?”. So wurde die sehr explizite Lösung schon etwas geöffnet. Das Laddering kann beliebig erweitert werden.

Laddering zur Umformulierung der Challenge

Die Methode sollte solange durchgeführt werden, bis eine natürliche Sättigung der Fragen auftritt. Danach kann eine neue Fragestellung gesucht werden.

Was eine gute Challenge ausmacht

Um eine Design Challenge erfolgreich bearbeiten zu können, ist es aus unserer Sicht wichtig, dass drei wesentliche Grundvoraussetzungen erfüllt werden.

  1. Benennt die Design Challenge ein klares Problem? Achtung: Symptome oder Lösungsansätze sind nicht das Problem an sich: Eine zu eng gefasste Problemstellung bietet zu wenig Spielraum, weil eventuell schon ein Lösungsansatz enthalten ist. Eine zu breit gefasste bietet dagegen wenig Bodenhaftung und erschwert konkrete Lösungen.
  2. Ist das Problem aus Nutzersicht beschrieben? Meist hilft ein solcher Blickwechsel enorm bei der Entwicklung und Validierung von sinnvollen Lösungsansätzen.
  3. Ist die Situation, in der sich das Problem für den Nutzer bemerkbar macht, klar beschrieben? Eine gute Situationsdefinition gibt wichtige Hinweise darauf, was das Team während der Verstehen-Phase durch Beobachtung und Interviews erleben sollte.

Es macht definitiv Sinn sich zum Start eines Innovationsprojektes oder Design Thinking Prozesses  kritisch mit der gegebenen Fragestellung bzw. Challenge auseinanderzusetzen und diese gegebenenfalls umzuformulieren. Dazu kann das Why-How-Laddering eine gute Möglichkeit sein, das Level und den Fokus der Ausgangsfrage zu verschieben.

Was wir auf der VueJS Konferenz in London gelernt haben

Mit dem Ziel, die Vue.js Community besser kennenzulernen und Neuerung rund um das hippe JavaScript-Framework zu erfahren, haben wir uns auf den Weg nach London zur VueJS London gemacht. Für mich war es besonders außergewöhnlich, da ich früher weder geflogen bin noch in London war. London ist nicht nur wegen der Konferenz eine Reise wert. Die Stadt ist wirklich beeindruckend. Neuankömmlinge wie mich erkennt man relativ schnell, da sie beim Überqueren der Straße immer in die falsche Richtung schauen… *emoji*. 

Lufthansa brachte uns bequem nach London

Meetup der VueJS London Gruppe als Vorabevent

Als kleine Besonderheit vor der Konferenz hatte die lokale Vue.js Meetupgruppe ein Vorabevent organisiert. Bei spannenden Vorträgen von Chris Fritz (Mitglied des Vue Core Teams) und Jen Looper (Gründerin der Vue Vixen & senior Entwickler) und Chris DeMars zum Thema “accessibilty (A11Y)” gab es einen ersten Vorgeschmack auf die einen Tag später startende Konferenz. 

Der Vortrag von Chris, den Hauptverantwortlichen für die wirklich gut organisierte Vue.js Dokumentation, gab einen Überblick über neue Technologien und einige Tipps zum ‘best practices’. Die Neuerung bei den Vue Devtools unterstützen Entwickler immer besser dabei ihre Vue-Apps zu debuggen. Zudem hat er Weiterentwicklungen für die Vue CLI 3.0 damit verbundene Vue UI vorgestellt .

Jen Looper stellte vue-nativescript vor.

Jen Looper gab einen kleinen Talk zu den Grundlagen der mobilen Entwicklung mit Vue. In Verbindung mit NativeScript lassen sich in vertrauter Umgebung mobile Apps entwickeln. Jen hat ihre Eigenentwicklung vorgestellt: eine App die Schülern beim Sprachenlernen hilft. Die App bewertet die Genauigkeit der ausgesprochenen Wörter, sodass Aussprachefehler korrigiert werden können. 

Zweiter Tag – Tag der Workshops

Der offiziell erste Tag der Konferenz startet mit Tagesworkshops. Im Advanced Vue Workshop bei Chris Fritz gab es Tipps zum Vorgehen bei der Entwicklung größerer Applikationen. Der Workshop hat sich definitiv gelohnt. Wir haben die empfohlenen Grundsetups beleuchtet und mögliche Fallstricke besprochen, z. B.: den Unterschied zwischen scoped und module CSS, einige Wörter über ESlint und andere lints (z.B.: style). Chris hat auch sein entwickeltes Boilerplate für Enterprise Vue Apps vorgestellt.

Konferenztag mit Vorträgen

Der dritte Konferenztag war ein Feuerwerk an Vorträgen zum Framework. Auch war es irgendwie der Tag der Releases. Unter anderen wurde Nuxt 2.0 live auf der Bühne released.

Skype-Call mit Evan You

Der Kernentwickler Evan You ging in seinem Vortrag auf die Vorhaben bezüglich der Version 3 ein. Unter anderen soll die neue Version komplett in TypeScript entwickelt. Seine Ideen hat er auch nach dem Konferenz in einem Blogpost veröffentlicht. 

Jen Looper sprach über AI und ihre verschiedene Arten und wie sie lernen. Sie hatte eine mobile Beispiel-App mit NativeScript für Vue.js entwickelt Auch hier wurde auf der Bühne die Version 2 für nativescript-vue angekündigt..

Ein ziemlich beeindruckender Vortrag war die Präsentation der Neuerung der Codesandbox von Ives van Hoorne. Es ist nun möglich auch serverseitige Template innerhalb einer Sandbox zu nutzen. Somit können auch ziemlich schnell prototypische Nuxt.js Apps aufgesetzt werden.

Daniel Rossenwasser hat die Neuerung rund um die Arbeit mit TypesScript und Vue vorgestellt. Der Hinweis darauf, dass Vue 3 in TypeScript entwickelt wird, zeigt welche Richtung das Kernteam einschlägt.

VueJS und London waren definitiv eine Reise wert

Diese Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Trotz zahlreicher Möglichkeiten sich im Web über VueJS auf dem Laufenden zu halten, war die VueJS London ein inspirierendes Erlebnis.

Alle Neuerung und Entwicklungen greifen wir auch in unserem Vue.js Workshop auf.